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Ist „Kultur“ die Herausforderung unserer Zeit?

Kultur, ein Begriff, den wir alle kennen und häufig verwenden, ist ein wesentlicher Faktor unserer individuellen und kollektiven Identität. Der Begriff ist so geläufig, dass wir selten hinterfragen, was wir damit meinen oder was andere damit verbinden. Wir benutzen häufig Ausdrücke wie „Kultur haben“ oder „unsere Kultur verlieren“, als handelte es sich dabei um etwas, das wir besitzen, als wäre es ein Schuh oder ein Mantel.

Die Betrachtung von Kultur als Besitz trägt jedoch leider zu zahlreichen Konflikten und Missverständnissen bei. Um diese zu vermeiden, müssen wir unser Verständnis von Kultur auffrischen. Dieses Thema wird im neuen Buch Culture as Comfort – Many Things You Know about Culture (But Might Not Realize) der Kulturanthropologin Dr. Sarah J. Mahler behandelt. Auf 140 Seiten wird die neueste Forschung zum Erlernen von Kultur vorgestellt. Aktuelle Beispiele und die Schilderung persönlicher Erfahrungen machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre für ein breites Zielpublikum.

Kultur ist etwas, das wir tun, nicht etwas, das wir haben!

Professor Mahler schlägt einen modernen Kulturansatz vor, laut dem wir kulturelle Verhaltensweisen und Vorstellungen in der Kindheit erlernen. Sie argumentiert: „Kultur ist nicht etwas, das wir haben, sondern etwas, das wir tun“. Sie ist davon überzeugt, dass wir unser Verständnis von Kultur auffrischen müssen, um Kultur achtsamer ausüben zu können.

Warum sprechen wir davon, dass wir Kultur „haben“ oder „verlieren“, aber nie davon, dass wir Kultur „ausüben“ oder „gewinnen“? In Culture as Comfort werden Kultur und Identitäten nicht als Besitztümer, sondern als Denk- und Verhaltensmuster aufgefasst, die früh im Leben erlernt werden und sich kontinuierlich in unserem Verhalten und dem, was wir glauben, ausdrücken. Mithilfe dieses Buches erhält der Leser einen fundierten und gleichzeitig verständlichen Einblick in das Thema Kultur. Es wird erörtert, wie Kultur während unserer Kindheit, aber auch später im Laufe unseres gesamten Lebens, erlernt und ausgeübt wird. Das bedeutet, dass wir Kultur lebenslang erlernen können und sollten, um Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen zu können, auch wenn wir Kultur größtenteils in der Kindheit erlernen. Im Erwachsenenalter fällt es uns lediglich schwerer, das, was wir als kulturell behaglich empfinden, zu verändern. Um dies zu vermeiden, müssen wir lernen, Kultur achtsamer auszuüben.

Wir können Kultur lebenslang erlernen

Warum ist es wichtig, dass wir verstehen, wie Menschen Kultur erlernen? Die Rituale der frühen Kindheit werden in den Nervenbahnen unseres Gehirns gespeichert und formen, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen, unser alltägliches Verhalten und unsere kulturellen Muster. Wir wiederholen sie automatisch und schaffen so ein so genanntes „kulturelles Behangen“, d. h. wir bereiten dadurch Wege, um Beziehungen zu Menschen mit dem gleichen kulturellen Behagen zu pflegen; unser Selbstempfinden wird verstärkt und Unterschiede zu andersartigen Menschen treten in den Vordergrund. Wenn wir auf Menschen treffen, die anders sind, dann empfinden wir Fremdartigkeit bzw. ein kulturelles Unbehagen, das wir möglicherweise nicht verstehen, aber klar fühlen. Viele Menschen schrecken vor dem zurück, was ihnen fremd erscheint – doch das müssen sie nicht.

Mahler ermutigt uns dazu, kulturelles Unbehagen als Gelegenheit zu begreifen, da genau diese Momente unser kulturelles Wachstum fördern. Angesichts unserer vielfältigen, globalisierten Welt ist kulturelles Unbehagen unvermeidlich. Doch da Kultur etwas ist, das wir tun, können wir das Zusammentreffen mit andersartigen Menschen dazu nutzen, Möglichkeiten zur Erweiterung unserer Komfortzonen und Verbesserung unserer Beziehungen zu anderen Menschen zu schaffen. Culture as Comfort erörtert, wie unsere frühesten Erfahrungen lebenslanges kulturelles Behagen schaffen, und ermutigt uns dazu, unsere eigenen „Kulturmuskeln“ zu betätigen, indem wir Kultur lebenslang aktiv und einfallsreich ausüben.

  • Bei Kleinkindern prägt sich das Umfeld in der frühen Kindheit als „normal“ ein; aus ihrer Perspektive gelten die Verhaltensarten der Menschen um sie herum für jedermann und überall. Diese Denk- und Verhaltensmuster werden in unser Gehirn eingebaut, damit wir nie darüber nachdenken müssen, wie Kultur ausgeübt wird – wir tun einfach das, was wir gelernt haben.
  • Das Erlernen von Kultur in einem so frühen Stadium bedeutet, dass wir zu Experten unserer Kultur werden, bevor wird in den Kindergarten kommen. Wir erinnern uns nicht daran, Kultur erlernt zu haben, sodass sie sich wie etwas universal Gültiges anfühlt – unser Besitz – und nicht wie Denk- und Verhaltensweisen, die wir uns aneignen. Dies ist unvermeidbar, gleichzeitig aber auch eine Ursache zahlreicher kultureller Missverständnisse.
  • Wir alle empfinden Kultur als behaglich, weil das Gehirn Nervenverbindungen über das limbische System, das Gefühlszentrum des Gehirns, ausbildet. Das ist ein Grund, warum wir so tiefsitzende und dauerhafte Kindheitserinnerungen haben und unsere kulturelle Zugehörigkeit mit starken Emotionen verbunden ist.
  • Unser kulturelles Behagen wird festgelegt, wenn unser Gehirn während der Kindheit mit Denk- und Verhaltensmustern geprägt wird. Diese werden zur Gewohnheit und laufen im Unterbewusstsein ab. Gewohnheiten, selbst schlechte Angewohnheiten, sind behaglich, weil sie vorhersehbar sind. Treffen wir auf Menschen, die sich anders verhalten, dann nimmt unser Gehirn diese Unterschiede wahr (und übersieht Gemeinsamkeiten). Folglich bemerken wir das, was uns „fremd“ erscheint, wenngleich wir im Erwachsenenalter versuchen, dieses Unbehagen zu verbergen.
  • Wir alle verwenden Stereotypen. „Identitäten“ wie Geschlecht, Rasse, Nationalität und Religion werden ebenfalls in einem frühen Stadium erlernt und verinnerlicht. Wenn wir also auf Menschen treffen, deren Identitäten sich von unseren unterscheiden, dann kategorisiert unser Gehirn diese unmittelbar nach diesen Identitäten. Dieser Prozess findet unbewusst und automatisch statt.
  • Glücklicherweise: Wenn wir wissen, wie unser Gehirn arbeitet, wenn wir Kultur lernen und ausüben, dann sind wir nicht mehr an die Denk- und Verhaltensmuster unser Komfortzone gebunden. Wir können Kultur stattdessen ganz bewusst ausüben. Wir können mit besserem Verständnis an Kultur herangehen und sie achtsamer ausüben.

Ein aufschlussreiches und anregendes Buch!

Zahlreiche Konflikte der Gegenwart lassen sich auf diese Kulturproblematik zurückführen und werden durch überholte Ansichten – Kultur sei etwas, das verloren, gestohlen oder erobert werden könne – geschürt. Wir können diese Ansichten verändern, bis wir Kultur besser verstehen. Culture as Comfort hebt hervor, dass wir Kultur als einen Lernprozess betrachten sollten, und bietet zahlreiche Anwendungsbeispiele, die zeigen, wie dies das Leben der Leser verändern kann.

  •  Culture as Comfort ist ein kompaktes und gleichzeitig fundiertes Werk, das sich durch einen lockeren Stil auszeichnet, der den Leser fesselt. Diese einzigartige Literaturquelle richtet sich an ein breites Zielpublikum, z. B.: Studenten, Trainer für Firmen und in den Bereichen Medizin und Kulturkompetenz, aber auch Lehrkräfte aller Stufen oder Eltern aller Altersgruppen.
  • Es eignet sich hervorragend als Lehrwerk für grundständige Studiengänge im Bereich Sozialwissenschaften, stellt aber auch für Leser, die nicht mit sozialwissenschaftlichen Konzepten vertraut sind, angesichts unserer globalisierten Welt aber auf eine gute kulturelle Kompetenz Wert legen, eine großartige Lektüre dar.
  • Es bezieht aktuellste Forschung aus den sich schnell erweiternden Feldern der Neurowissenschaften, Kultur- und Entwicklungspsychologie sowie der Anthropologie und anderen Bereichen ein. Gleichzeitig werden die Inhalte verständlich und fesselnd präsentiert, sodass das Werk ein breites Zielpublikum anspricht.
  • Anwenden können Leser ihr Wissen aus den gelesenen Teilen auf Wunsch sofort dank der so genannten interaktiven „geplanten Pausen“, die in Form von einfachen Aufgaben im Text auftauchen.
  • Ein ausgezeichneter Leitfaden für multikulturelle Trainings, Lehrkräfte und andere in multikulturellen Kontexten tätige Berufsgruppen. Culture as Comfort ist eine unterhaltsame Reise zur Erweiterung Ihrer kulturellen Kompetenz.
  • Das Buch ist sowohl als traditionelle Druckausgabe als auch als E-Book-Version erhältlich. Auf dieser dynamischen Website werden neue Gedanken und Anwendungsbeispiele regelmäßig veröffentlicht und diskutiert: cultureascomfort.com

Culture as Comfort: fesselnde Anthropologie für jedes Niveau und jede Altersgruppe

Die USA und andere Länder sehen sich heute mit einem außerordentlichen demografischen und kulturellen Wandel konfrontiert. Ein zunehmendes Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen geht mit größeren Konflikten einher, die aus vorbelasteten Konzepten wie „kulturelle Vielfalt“ und „Multikulturalismus“ erwachsen. Culture as Comfort ist ein klarer und gut durchdachter Leitfaden, der es uns ermöglicht, kulturelles Unbehagen als Chance zu begreifen und in kulturelles Behagen zu verwandeln – ein Prozess, von dem sowohl die Gesellschaft als auch der Einzelne profitiert. Keine kleine Herausforderung, doch Culture as Comfort stellt Ihnen die richtigen Werkzeuge zur Verfügung, um sie zu meistern.

Weiterführende Informationen: www.cultureascomfort.com

Bestellungen (Druckexemplar oder elektronische Versionen):

Herausgeber: Pearson Higher Education www.pearsonhighered.com/anthropology

Amazon: Druckexemplar und Kindle-Formate (mit oder ohne E-Learning-Material)

Barnes & Noble: Druckexemplar und Nook-Formate (mit oder ohne E-Learning-Material)

Ausland: Informationen zu Bestellungen aus dem Ausland: www.cultureascomfort.com

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